Great Wall zielt wieder auf Europa: jetzt Wey und Ora
Great Wall war unerwarteter Aussteller auf der IAA in München. Die Chinesen haben erneut ihre Absicht angekündigt, in den europäischen Markt einzutreten, und dies wird der dritte Versuch sein. Die erste wurde bereits 2007 durchgeführt und erwies sich bisher als die erfolgreichste: Dann wurden Great Wall SUVs und Pickups nach Italien und in eine Reihe von Ländern mit liberalen Zertifizierungsanforderungen für Autos geliefert, und 2012 sogar in eine kleine Montagewerk in Bulgarien in Betrieb genommen. Doch der Umsatz war bescheiden und 2017 ging der lokale Partner in Konkurs.
Der zweite Anlauf erfolgte 2019: Auf der IAA in Frankfurt fand das Europa-Debüt der Marke Wey statt und mit der deutschen Firma Brabus wurde eine Vereinbarung zur Anpassung der Autos an europäische Anforderungen unterzeichnet. Doch das einzige Ergebnis dieser Kooperation war ein Tuning-Bodykit für den chinesischen Markt. Und nun – der dritte Anlauf: Mit den Marken Wey und Ora trat das Unternehmen auf der Münchner Automobilausstellung auf.
Von einer Zusammenarbeit mit Brabus oder einem anderen europäischen Partner ist diesmal keine Rede. Aber bis Ende dieses Jahres beabsichtigt die europäische Niederlassung der Firma Great Wall, die Annahme von Bestellungen für zwei Modelle gleichzeitig zu eröffnen. Der erste ist der Hybrid-Crossover Wey Coffee 01. Dies ist nicht der endgültige Name, aber im heimischen China ist das Auto als Wey Mocha bekannt. Er debütierte Anfang dieses Jahres und ist mit 4875 mm Länge fast vergleichbar mit dem BMW X5.
Das LEMON DHT-Hybrid-Setup aus eigenem Design umfasst einen Zweiliter-Benzin-Turbomotor und zwei Elektromotoren (einer für jede Achse). Das System kann sowohl im sequentiellen als auch im parallelen Modus arbeiten: Im zweiten Fall hilft der Verbrennungsmotor, die Vorderräder über ein Zweiganggetriebe zu drehen. Spitzenleistung – 476 PS, Beschleunigungszeit auf 100 km / h – weniger als fünf Sekunden. Eine Traktionsbatterie mit einer Kapazität von 41,8 kWh soll für 150 km im Elektromodus reichen.
Das zweite Modell ist das elektrische Hatchback Ora Cat, das dieses Jahr ebenfalls in China debütierte. Der Fünftürer mit einer Länge von 4235 mm besticht durch sein Retro-Design und verfügt über einen Elektromotor mit einer Leistung von 169 PS. an der Vorderachse. Zur Wahl stehen Versionen mit einer Passreichweite von 300 und 400 km, die sich in der Kapazität der Traktionsbatterie (46 bzw. 59 kWh) unterscheiden. Beschleunigungszeit auf 100 km / h – 8,5 s. Auch eine reichhaltige Ausstattung wird versprochen, darunter Abstandsregeltempomat, Parkplatz und Rundumkameras.
Bisher wurden nur Richtpreise bekannt gegeben. Das Elektro-Fließheck Ora Cat kostet in Deutschland ab 30.000 Euro, der Crossover Wey Coffee 01 ab 50.000 Euro. Ein Volkswagen ID.3 Schrägheck kostet hier beispielsweise mindestens 35.500 Euro, für einen Hybrid-BMW X5 werden mindestens 77.000 verlangt.
Das Unternehmen Great Wall verspricht, im ersten Halbjahr 2022 mit der Auslieferung von Maschinen zu beginnen. Deutschland sollte der erste Markt sein, gefolgt von Italien und Spanien, und besondere Hoffnungen werden auf Norwegen gesetzt, wo die Steuergesetzgebung für Elektromobilität günstig ist. Die Autos werden direkt aus China gebracht, und der Bau eines lokalen Werks wird möglich, wenn der Absatz 50.000 Autos pro Jahr erreicht.



